Titel

9. August 2022
»Der Gebrauch der Geistesgaben, womit der Mensch ausschließend ausgestattet worden ist, bleibt ihm allein anheimgestellt; weise und tugendhaft zu werden, ist eines jeden eigenes Werk, eines jeden eigene Pflicht. Auf sich selbst zu wirken, ist der Zweck des so reichbegabten Wesens, nicht in träger Ruhe die Pfunde zu vergraben, wovon es die Zinsen seinem Urheber […]
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8. August 2022
»In der schamhaften Stille deines Gemüths erziehe die siegende Wahrheit, stelle sie aus dir heraus in der Schönheit, daß nicht bloß der Gedanke ihr huldige, sondern auch der Sinn ihre Erscheinung liebend ergreife.«
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7. August 2022
»Um den höheren Menschen herum schliessen die Menschen einen Kreis, in welchem derjenige sich dem Mittelpuncte am meisten nähert, der die grössere Humanität hat. Ihre Geister streben und ringen sich zu vereinigen, und nur Einen Geist in mehreren Körpern zu bilden. Alle sind Ein Verstand und Ein Wille, und stehen da als Mitarbeiter an dem […]
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6. August 2022
»Es ist ein Widerspruch, daß ein Subjekt gegen sein eigenes Wesen streite und von Grund aus böse sei. Böse gegen sich selbst! das ist unsinnig.«
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5. August 2022
»PEPEL. Reue verspür ich nicht … glaub auch an kein Gewissen … Eins aber fühl ich: ich muß anders leben! Besser muß ich leben! … daß ich mich selber achten kann …«
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4. August 2022
»Es ist mit dem Körper nicht anders. Man muß ihn ehren und verteidigen, wenn es sich um seine Emanzipation und Schönheit handelt, um die Freiheit der Sinne, um Glück, um Lust. Man muß ihn verachten, sofern er als Prinzip der Schwere und der Trägheit sich der Bewegung zum Lichte entgegensetzt, ihn verabscheuen, sofern er gar […]
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3. August 2022
»Wäre die Idee des Selbst von allem abgetrennt, nichts würde einen berühren: man wäre völlig gelähmt und unempfindsam: Oder, wenn man sich doch irgendwann einmal irgendeiner Art von Bewegung hingeben würde, es wäre einzig motiviert durch Eitelkeit und Verlangen nach Ruhm und Ansehen.«
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2. August 2022
»Der Nazi, der immer in Übereinstimmung mit seinen Überzeugungen handelte, verdiente vielleicht eine Art von Achtung, aber sein Verhalten wird deshalb nicht moralisch. Damit es moralisch wird, reicht es nicht aus, daß zwischen den Idealen und den Taten ein harmonisches Verhältnis herrscht. Vielmehr dürfen sich beide nicht gegen das Wohl der Menschheit richten.«
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1. August 2022
»Der ›autonome Mensch‹ ist ein Mittel, dessen wir uns bei der Erklärung jener Dinge bedienen, die wir nicht anders erklären können. Er ist ein Produkt unserer Unwissenheit, und während unser Wissen wächst, löst sich die Substanz, aus der er gemacht ist, immer mehr in Nichts auf.«
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31. Juli 2022
»Freiheit hätte keinen Sinn, wenn sie nur zu inkonsistenten Selbstdarstellungen oder zu solchen führte, mit denen der Mensch sich nirgendwo sehen lassen kann.«
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30. Juli 2022
»Es muß in allem, was lebhaftes, erschütterndes Lachen erregen soll, etwas Widersinniges sein (woran also der Verstand an sich kein Wohlgefallen finden kann). Das Lachen ist ein Affekt aus der plötzlichen Verwandlung einer gespannten Erwartung in nichts. Ebendiese Verwandlung, die für den Verstand gewiß nicht erfreulich ist, erfreuet doch indirekt auf einen Augenblick sehr lebhaft.«
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29. Juli 2022
»Denn als wahrhafte Kunst hat auch die Komödie sich der Aufgabe zu unterziehen, durch ihre Darstellung nicht etwa das an und für sich Vernünftige als dasjenige zur Erscheinung zu bringen, was in sich selbst verkehrt ist und zusammenbricht, sondern im Gegenteil als dasjenige, das der Torheit und Unvernunft, den falschen Gegensätzen und Widersprüchen auch in […]
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28. Juli 2022
»Der Ernste ist überzeugt, daß er die Dinge denkt wie sie sind, und daß sie sind wie er sie denkt. Eben deshalb ist der Uebergang vom tiefen Ernst zum Lachen so besonders leicht und durch Kleinigkeiten zu bewerkstelligen; weil jene vom Ernst angenommene Uebereinstimmung, je vollkommener sie schien, desto leichter selbst durch eine geringe, unerwartet […]
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27. Juli 2022
»Das Komische kennt […] kein positives Resultat, es will nichts als den Widerspruch.«
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26. Juli 2022
»Gibt es ein bedauernswürdigeres Schauspiel als die Schwachheit, die sich der Schwachheit erfreut?«
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25. Juli 2022
»Aus dem Genuß des Überwältigtseins wird allmählich das peinliche Gefühl des Erdrücktwerdens, die erhabene Vorstellung wird wie eine unheimliche Last empfunden, gegen welche das unzerstörbare Selbstgefühl sich wehrt und wiederherzustellen sucht.«
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24. Juli 2022
»Kurz, das Komische setzt, soll es voll wirken, etwas wie eine zeitweilige Anästhesie des Herzens voraus, es wendet sich an den reinen Intellekt.«
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23. Juli 2022
»Wenn das Ziel in weiter Ferne liegt, begreift auch der Dümmste, dass der Weg dorthin lang und beschwerlich und die Reisevorbereitungen umfassend und zeitraubend sind. Da soll einen nur jemand dafür tadeln, noch nicht einmal aufgebrochen zu sein – und noch weniger droht einem Kritik, wenn man, einmal unterwegs, vom Wege abkommt und im Kreis […]
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22. Juli 2022
»Φύσις, das Walten des Waltenden; λόγος, das Wort, das dieses Walten der Verborgenheit entnimmt. All das, was in diesem Wort geschieht, ist Sache der σοφία, d. h. der Philosophen. Mit anderen Worten, Philosophie ist die Besinnung auf das Walten des Seienden, auf die φύσις, um sie im λόγος auszusprechen.«
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21. Juli 2022
»Die ›Disziplin‹ kann weder mit einer Institution noch mit einem Apparat identifiziert werden. Sie ist ein Typ von Macht; eine Modalität der Ausübung von Gewalt; ein Komplex von Instrumenten, Techniken, Prozeduren, Einsatzebenen, Zielscheiben; sie ist eine ›Physik‹ oder eine ›Anatomie‹ der Macht, eine Technologie.«
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20. Juli 2022
Drum frisch! Laß alles Sinnen sein, Und g’rad’ mit in die Welt hinein! Ich sag’ es dir: ein Kerl, der spekuliert, Ist wie ein Tier, auf dürrer Heide Von einem bösen Geist im Kreis herum geführt, Und rings umher liegt schöne grüne Weide.
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19. Juli 2022
»Weißt doch so gut wie ich, daß unser Verhältnis denn doch einmal nach einer Aussprache drängt.« [Teufel zu Adrian Leverkühn]
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18. Juli 2022
»Denn es giebt eine Menge junger Mädchen in den Museen, die fortgegangen sind irgendwo aus den Häusern, die nichts mehr behalten. Sie finden sich vor diesen Teppichen und vergessen sich ein wenig. Sie haben immer gefühlt, daß es dies gegeben hat, solch ein leises Leben langsamer, nie ganz aufgeklärter Gebärden, und sie erinnern sich dunkel, […]
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17. Juli 2022
»O  du giftiges Unkraut, warum bist du so lieblich anzusehen? «
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16. Juli 2022
»Und doch hatte die Gestalt kein Gesicht, an dem er sie hätte erkennen können; nicht einmal in seinen Träumen hatte sie ein Gesicht oder doch nur eins, das ihn verwirrte und sich vor seinen Augen in Nebel auflöste. Und da entstand im Bewußtsein des Anwalts und wuchs zusehends ein eigenartig starkes, ja fast ausschweifendes Verlangen, […]
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15. Juli 2022
»Doch wie es geschah kann ich so wenig sagen wie fassen, daß mich nun in aller Sündenherrlichkeit der Trieb nach der Ruhe, der Wunsch zur alten unschuldigen Erde mit ihren dürftigen Freuden eben so ergriff, wie mich vormals die Sehnsucht hierher gedrängt hatte. Es zog mich an, wieder jenes Leben zu leben, das die Menschen […]
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14. Juli 2022
»Warum scheidest du nicht als gesättigter Gast von des Lebens Tafel, du Tor, und genießest die sichere Ruhe mit Gleichmut? Sind hingegen die Quellen der Freude dir gänzlich zerflossen, Ist dir das Leben zum Ekel, was willst du denn weiter hinzutun, Was doch wieder verschwindet und ohne Genuß dir zerrinnet? Warum machst du nicht lieber […]
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13. Juli 2022
»Der Überdruß angesichts der Sinnlosigkeit und die Erfahrung der Todesnähe sind also zwei gegensätzliche Möglichkeiten, die jedoch darin übereinkommen, daß wir in beiden mit dem Leben als solchen konfrontiert werden, im Gegensatz zu den begrenzten Zielen.«
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12. Juli 2022
»Bestrafung ohne Zweck und Absicht ist mit unseren Vorstellungen von Güte und Gerechtigkeit unvereinbar; und kein Zweck kann durch sie gefördert werden, wenn das ganze Spiel vorbei ist.«
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11. Juli 2022
»Auch können wir uns die Zeit denken unter dem Bilde eines rastlosen, reißenden Stromes: aber die Gegenwart als einen Felsen, an dem der Strom sich bricht, ohne ihn mit fortzureißen.«
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10. Juli 2022
»Wie die Gegenstände dem Menschen erscheinen, so sind sie für ihn; wie sie für ihn, so sind sie an sich; das Subjektive gilt ihm unbedenklich für das Objektive.«
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9. Juli 2022
»Das Leben wird tiefer, die Existenz sich gewisser angesichts des Todes; aber das Leben bleibt in Gefahr, angstvoll sich selbst zu verlieren in der Leere, in der Existenz sich verdunkelt; wer tapfer war, gibt sich aus der Erinnerung seiner selbst den entschiedensten Ruck, aber er erfährt die Grenze seiner Freiheit.«
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8. Juli 2022
TEIRESIAS. All unser Klügeln gilt den Göttern nichts. Was, von Den Vätern überliefert, wir von Uhrzeit her Besitzen, das wirft kein Verstand zu Boden, auch Nicht, wenn durch höchsten Scharfsinn er das Klügste fand.
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7. Juli 2022
»Den Göttern gleich’ ich nicht! Zu tief ist es gefühlt; Dem Wurme gleich’ ich, der den Staub durchwühlt; Den, wie er sich im Staube nährend lebt, Des Wandrers Tritt vernichtet und begräbt.«
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6. Juli 2022
»So ist der Mensch im Grunde seines Wesens ein Angegriffener und Ergriffener, von dem ›daß er ist, was er ist‹ angegriffen und in alles begreifende Fragen miteinbegriffen. Aber dieses Inbegriffenen ist keine beseligte Scheu, sondern der Kampf mit der unüberwindlichen Zweideutigkeit alles Fragens und Seins.«
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5. Juli 2022
»Die Frage, die sich bei einem parodierten Zwinkern oder einem fingierten Schafraub stellt, ist nicht die nach ihrem ontologischen Status. Es ist der gleiche wie bei Felsen einerseits und Träumen andererseits: sie sind Dinge dieser Welt. Es ist nach ihrer Bedeutung zu fragen: Was wird mit ihnen und durch sie gesagt – Lächerlichkeit oder Herausforderung, […]
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4. Juli 2022
MEPHISTOPHELES Was könnte da zum Unheil sich vereinen, Zur Finsternis, wo solche Sterne scheinen?
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3. Juli 2022
»[…] wenn wir bedenken wollen, eine wie überlegene Stellung und Würde in unserem Wesen liegt, dann werden wir einsehen, wie schändlich es ist, in Genußsucht sich treiben zu lassen und verzärtelt und weichlich, und wie ehrenhaft andererseits, sparsam, enthaltsam, streng und nüchtern zu leben.«
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2. Juli 2022
»Leider aber hat man in unserer Sprache dem Wort Mensch und noch mehr dem barmherzigen Wort Menschlichkeit so oft eine Nebenbedeutung von Niedrigkeit, Schwäche oder falschem Mitleid angehängt, daß man jenes nur mit einem Blick der Verachtung, dies mit einem Achselzucken zu begleiten gewohnt ist.«
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1. Juli 2022
»Vor der Achtung kann man sagen, sie beuge sich vor ihrem Gegenstande; von der Liebe, sie neigt sich zu dem ihrigen; von der Begierde, sie stürzt auf den ihrigen.«
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30. Juni 2022
»Im Ich liegt das sichere Unterpfand, das von ihm aus ins unendliche Ordnung und Harmonie sich verbreiten werde, wo jetzt noch keine ist; dass mit der fortrückenden Cultur des Menschen, zugleich die Cultur des Weltalls fortrücken werde. Alles, was jetzt noch unförmlich und ordnungslos ist, wird durch den Menschen in die schönste Ordnung sich auflösen, […]
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29. Juni 2022
»Der Hochmuth, der Ehrgeiz, der Ruhm verletzen offen die Gerechtigkeit; sie rufen Mißtrauen, Haß und Widerstreit hervor – eine positive und direkte Mißachtung der Würde des Nächsten.«
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28. Juni 2022
»Geist nämlich ist Stolz, ist emanzipatorische Widersetzlichkeit (dies Wort im rein logischen, wie auch im streitbaren Sinn genommen) gegen die Natur, ist Abgelöstheit, Entfernung, Entfremdung von ihr; Geist ist das, was den Menschen, dies von der Natur in hohem Grad gelöste, in hohem Maße sich ihr entgegengesetzt fühlende Wesen, vor allem übrigen organischen Leben auszeichnet, […]
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27. Juni 2022
»Mehr noch als ›Freiheit‹ ist ›Würde‹ ein Wunschbegriff, der […] die gelungene Selbstdarstellung bezeichnet. Die Würde des Menschen ist keineswegs eine Naturausstattung wie vermutlich gewisse Grundlagen der Intelligenz. Sie ist auch nicht einfach ein ›Wert‹, den der Mensch wegen einer bestimmten Naturausstattung ›hat‹ oder ›in sich trägt‹. Würde muß konstituiert werden. Sie ist das Ergebnis […]
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26. Juni 2022
»In der Komödie oder in dem komischen Teile jedes Dramas muß das Bagatell herrschen, das einzige Fatum der Zufall sein. Es wird schlechterdings in der Komik keine höhere Macht anerkannt, die über den Menschen waltend furchtbar sie ergriffe: die Erde ist ganz für sich im Besitze des Absoluten und die Götter sind gestürzt.«
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25. Juni 2022
»Geliebt zu werden, ist auf jeden Fall mysteriös. Nachzufragen, um Klarheit zu schaffen, empfiehlt sich nicht. Bestenfalls kann es der andere Ihnen überhaupt nicht sagen …«
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24. Juni 2022
»Wenn wir nicht aufbringen: die Lust am Abenteuer der Existenz des Menschen, das Durchkosten der ganzen Rätselhaftigkeit und Fülle des Daseins und der Dinge, die Ungebundenheit an Schulen und Lehrmeinungen und doch bei all dem ein tiefes Lernen- und Hörenwollen, dann sind die Jahre an der Universität – wir mögen noch so viel Wissen zusammenschleppen […]
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23. Juni 2022
»So entfremdet uns die Existenz des Todes auch in unserem eigenen Leben ganz und gar zugunsten Anderer. Tot sein heißt, den Lebenden eine Beute sein.«
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22. Juni 2022
»Um den Menschen herum veredeln sich die Seelen; je mehr einer Mensch ist, desto tiefer und ausgebreiteter wirkt er auf Menschen; und was den wahren Stempel der Menschlichkeit trägt, wird von der Menschheit nie verkannt; jedem reinen Ausflusse der Humanität schliesst sich auf jeder menschliche Geist, und jedes menschliche Herz.«
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21. Juni 2022
»Das Recht besteht für Jeden in der Befugniß, von dem Andern die Achtung der menschlichen Würde in seiner Person zu verlangen; die Pflicht, in der Verbindlichkeit für Jeden, diese Würde in dem Andern zu achten.«
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20. Juni 2022
»Am meisten lachen die Menschen, deren Selbstgefühl sich weniger auf eigene Leistungen als vielmehr auf Wahrnehmung fremder Fehler gründet.«
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19. Juni 2022
»Ein abgeschmacktes, ungereimtes, zynisches Element, das ist es eben, was zum komischen Kontraste unentbehrlich ist. Ohne Torheit, ohne Hervorhebung des Zufalls, des Bagatells, so läppisch als möglich, ohne Zynismus kann es im Komischen gar nicht abgehen; alle Humoristen sind nach einer Seite Zyniker gewesen […].«
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18. Juni 2022
»In der Pantomime haben wir die höchste Läuterung der Komödie; sie ist ihre Quintessenz: das reine Element des Komischen, abgezogen und als Konzentrat.«
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17. Juni 2022
»Das Lachen bedarf offenbar des Echos. […] Der Kreis, in dem es herumgeht, kann groß oder klein sein; immer ist er geschlossen. Unser Lachen ist stets das Lachen einer Gruppe.«
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16. Juni 2022
FAUST Nun aber bricht aus jenen ewigen Gründen Ein Flammen-Übermaß, wir stehn betroffen; Des Lebens Fackel wollten wir entzünden, Ein Feuermeer umschlingt uns, welch ein Feuer! Ist’s Lieb? Ist’s Haß? die glühend uns umwinden? Mit Schmerz und Freuden wechselnd ungeheuer, So daß wir wieder nach der Erde blicken, Zu bergen uns in jugendlichstem Schleier.
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15. Juni 2022
»Das Hinknien oder Hinwerfen zur Erde, selbst um die Verehrung himmlischer Gegenstände sich dadurch zu versinnlichen, ist der Menschenwürde zuwider, sowie die Anrufung derselben in gegenwärtigen Bildern; denn ihr demütigt euch alsdann nicht unter einem Ideal, das euch eure eigene Vernunft vorstellt, sondern unter einem Idol, was euer eigenes Gemächsel ist.«
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14. Juni 2022
»Die Immoralität kann so wenig als die Krankheit der natürliche und bleibende Zustand eines Subjekts werden.«
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13. Juni 2022
»[…] Die Wahrheit lebt in der Täuschung fort, und aus dem Nachbilde wird das Urbild wieder hergestellt werden.«
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12. Juni 2022
»In Wirklichkeit ist die Macht produktiv; und sie produziert Wirkliches. Sie produziert Gegenstandsbereiche und Wahrheitsrituale: das Individuum und seine Erkenntnis sind Ergebnisse dieser Produktion.«
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11. Juni 2022
»Im Komischen ist das Erhabene das Wahre, und wieder nicht, denn es wird vom Niedrigen unterbrochen, das Niedrige ist das Wahre, und wieder nicht, denn es ist am und im Erhabenen; so ist denn das eine und das andere wahr, das Wichtige unwichtig und das Unwichtige wichtig, der Gott des Unsinns nimmt die Welt in […]
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10. Juni 2022
»Was uns Gott, Welt, Schicksal, Natur, Chromosome und Hormone, Gesellschaft, Eltern, Verwandte, Polizei, Lehrer, Ärzte, Chefs oder besonders Freunde antaten, wiegt so schwer, dass die bloße Insinuation, vielleicht etwas dagegen tun zu können, schon eine Beleidigung ist. Außerdem ist sie unwissenschaftlich. Jedes Lehrbuch der Psychologie öffnet uns die Augen für die Determinierung der Persönlichkeit durch […]
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9. Juni 2022
»Er ging ganz darin auf, zu bewältigen, was sein Binnenleben ausmachte, er wollte nichts überspringen, denn er zweifelte nicht, daß in alledem seine Liebe war und zunahm. Ja, seine innere Fassung ging so weit, daß er beschloß, das Wichtigste von dem, was er früher nicht hatte leisten können, was einfach nur durchwartet worden war, nachzuholen. […]
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8. Juni 2022
»Oh, Gnädiger Herr, nehmt euch vor der Eifersucht in Acht; sie ist ein grünäugiges Ungeheuer, das sich toller Weise von demjenigen nährt was es am meisten verabscheut. Mancher betrogne Ehemann ist seines Schicksals gewiß, ohne desto unglücklicher zu seyn, weil ihm seine Ungetreue gleichgültig ist. Aber, o was für unselige Minuten zählt derjenige über, der […]
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7. Juni 2022
»Eckbert war immer nur auf kurze Augenblicke froh, denn er fühlte es deutlich, daß ihn Hugo nur aus einem Irrthume liebe; jener kannte ihn nicht, wußte seine Geschichte nicht, und er fühlte wieder denselben Drang, sich ihm ganz mitzutheilen, damit er versichert seyn könne, ob jener auch wahrhaft sein Freund sey. Dann hielten ihn wieder […]
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6. Juni 2022
»Das Leben ist für mich sinnvoll, so möchte ich das quasi definieren, wenn ich mich einerseits nicht in den begrenzten Zwecken verliere, sondern mich auf das Leben selbst beziehe, und ich mir andererseits nicht, weil es mir leer erscheint, den Tod wünsche.«
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5. Juni 2022
»Kann ja der Mensch doch von selbst, aus dem Schlummer erwacht, sich ermannen!«
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4. Juni 2022
»Die Verdammnis eines einzigen Menschen ist ein unendlich größeres Übel in der Welt als der Umsturz von tausend Millionen Königreichen.«
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3. Juni 2022
»In der Vergangenheit hat kein Mensch gelebt, und in der Zukunft wird nie einer leben: sondern die Gegenwart allein ist die Form allen Lebens; ist aber auch sein sichrer Besitz, der ihm nie entrissen werden kann. Dem Willen ist das Leben, dem Leben die Gegenwart gewiß.«
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2. Juni 2022
»Wie das göttliche Wesen, seinem theoretischen Ursprung nach, nichts anderes ist als die von der Phantasie vergötterte unbekannte Ursache einer natürlichen Erscheinung, so ist das Jenseits nichts anders als die von der Phantasie vergötterte unbekannte Ferne.«
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1. Juni 2022
»Ich verliere Existenz, wenn ich Dasein, als ob es das Sein an sich wäre, absolut nehme und mich so in ihm verfange, daß ich nur Dasein bin im Wechsel von Vergeßlichkeit und Angst. Ich gleite umgekehrt ab, wenn ich ich die Daseinserscheinung so gleichgültig finde, daß ich sie verachte und im Verschwinden mich nichts mehr […]
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31. Mai 2022
»Der Tod ist, ebenso wie die Geburt, ein reines Faktum; er kommt von Draußen und verwandelt uns in Draußen.«
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30. Mai 2022
»Der Begriff lässt sich auch so fassen, dass wir den als glücklichen Menschen bezeichnen, dem Gutes und Übles dasselbe bedeuten wie gute und schlechte Gesinnung, der die Ehre hochhält, sich an der Tugend genugsein lässt, den Zufälligkeiten weder übermütig noch niedergeschlagen machen, der von keinem größeren Gute weiß als dem aus eigener Kraft erworbenen und […]
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29. Mai 2022

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28. Mai 2022
HEERMEISTER Schon ist die halbe Welt vertan; Es sind noch Könige da draußen Doch keiner denkt es ging ihn irgend an.
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27. Mai 2022
»Es sind nämlich die Menschen nicht nur als Insassen und Bewohner der Erde anzusehen, sondern sie sind von der Erde aus die Betrachter überirdischer und himmlischer Erscheinungen, eines Schauspiels, das für eine andere Gattung von Lebewesen von Bedeutung ist.«
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26. Mai 2022
»Die Anmaßung ist unsere natürliche Erbkrankheit. Das unglückseligste und gebrechlichste aller Geschöpfe ist der Mensch, und allzumal der hoffärtigste. Er sieht und fühlt sich hienieden im Kot und Auswurf der Erde hausen, in den übelsten, abgestorbensten und vermodertsten Winkel des Alls ausgesetzt und angeschmiedet […] und geht hin und setzt sich in seiner Einbildung über […]
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25. Mai 2022
»Wie schön, wie erhaben nicht seine Gestalt! wie bedeutungsvoll jeder Zug seines Antlitzes, jede Stellung, jede Bewegung seines Körpers! Wie mächtig sein Auge spricht! wie sich da seine ganze Seele zeiget und mit unwiderstehlicher Gewalt bald Ehrfurcht, bald Unterwerfung und Gehorsam, bald Liebe fordert; izt Muth und Entschlossenheit einflößt, dann Vergnügen und Zufriedenheit um sich […]
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24. Mai 2022
»Das schöne Wort Menschenliebe ist so trivial geworden, daß man meistens die Menschen liebt, um keinen unter den Menschen wirksam zu lieben.«
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23. Mai 2022
»Über den gegenwärtigen Zustand unserer Gattung ist der Philosoph mit dem Politiker einverstanden; aber er fühlt oder weiß vielmehr, was Menschen sein könnten und sollten; er geht daher den Ursachen ihrer Herabwürdigung nach und sucht das Mittel aufzufinden, welches sie wieder ihrer Bestimmung nähern kann.«
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22. Mai 2022
»Der reine moralische Trieb ist aufs Unbedingte gerichtet, für ihn giebt es keine Zeit, und die Zukunft wird ihm zur Gegenwart, sobald sie sich aus der Gegenwart nothwendig entwickeln muß. Vor einer Vernunft ohne Schranken ist die Richtung zugleich die Vollendung, und der Weg ist zurückgelegt, sobald er eingeschlagen ist.«
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21. Mai 2022
»Die Bescheidenheit ist eine Form der Gerechtigkeit, eine höfliche Art zu sagen, daß man, obwohl man sich die Rechte der eigenen Würde vorbehalte, sich nicht über seinen Nebenmenschen erheben und seiner Eigenliebe nichts zu Leide thun wolle.«
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20. Mai 2022
»Wir sind so auf den Satz zurückgekommen, daß das Komische der absolute Taumel sei, worin nichts Festes, Absolutes geduldet wird, da wir die Schwäche menschlicher Erhabenheit auf einen inneren Widerspruch des Weltganzen zurückführen mußten: ein Taumel, in welchem nichts sich erhält als die absolute Freiheit und Frechheit des mit allem spielenden, lachenden Subjekts.«
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19. Mai 2022
»Ich sagte, das Lachen sei ein Anzeichen von Schwäche; und wahrhaftig, wo fände man wohl ein offenkundigeres Symptom für unsere Hinfälligkeit als in dieser nervösen Zuckung, diesem dem Niesen vergleichbaren unwillkürlichen Krampf, den das Unglück unseres Mitmenschen auslöst?«
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18. Mai 2022
»In einer Welt von reinen Verstandesmenschen würde man wahrscheinlich nicht mehr weinen, wohl aber noch lachen; wohingegen ewig sensible, auf Harmonie mit dem Leben abgestimmte Seelen, in deren Herzen jeder Ton, jedes Ereignis in gefühlvoller Resonanz nachklingt, das Lachen sowenig kennen wie begreifen würden. Man versuche nur einmal, an allem, was man hört und sieht, […]
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17. Mai 2022
»Ich bin selbst leidlich tugendhaft, dennoch könnte ich mich solcher Dinge anklagen, daß es besser wäre, meine Mutter hätte mich nicht geboren. Ich bin sehr stolz, rachsüchtig, ehrgeizig; mir stehn mehr Vergehungen zu Dienst, als ich Gedanken habe, sie zu hegen, Einbildungskraft, ihnen Gestalt zu geben, oder Zeit, sie auszuführen. Wozu sollen solche Gesellen wie […]
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16. Mai 2022
Es muß für ihn unbeschreiblich befreiend gewesen sein, daß ihn alle mißverstanden, trotz der verzweifelten Eindeutigkeit seiner Haltung. Wahrscheinlich konnte er bleiben. Denn er erkannte von Tag zu Tag mehr, daß die Liebe ihn nicht betraf, auf die sie so eitel waren und zu der sie einander heimlich ermunterten. Fast mußte er lächeln, wenn sie […]
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15. Mai 2022
»Nie ist ein Werk so hervorgegangen. Es ist ja Arbeit, Kunstarbeit zum Zweck des Scheins – und nun fragt es sich, ob bei dem heutigen Stande unseres Bewußtseins, unserer Erkenntnis, unseres Wahrheitssinnes dieses Spiel noch erlaubt, noch geistig möglich, noch ernst zu nehmen ist, ob das Werk als solches, das selbstgenügsam und harmonisch in sich […]
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14. Mai 2022
»Sokrates, Sokrates, Sokrates! … Man meint, die Welt brauche eine Republik, und man meint, eine neue Gesellschaftsordnung zu brauchen und eine neue Religion: aber niemand denkt daran, daß diese Welt doch noch einmal eines Sokrates bedarf, gerade wegen des vielen verwirrenden Wissens. […] Was eine Verwirrung am meisten braucht, ist allzeit das, woran man am […]
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13. Mai 2022
»Und was der Welt verborgen, das sagte mir der Geist, der mächtig und mächtiger wird in mir und mich emporhebt über den brausenden Wellen des Lebens, daß ich hinabzuschauen vermag in die Tiefe, ohne daß dieser Blick mich hinabzieht zum Tode.«
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12. Mai 2022
»Nein, es ist unmöglich; es ist unmöglich, die Lebendigkeit irgendeines Abschnittes aus unserem Dasein wiederherzustellen, – das, was die Wahrheit, den Sinn und das innerste Wesen eines Erlebnisses ausmacht. Es ist unmöglich. Wir leben wie wir träumen – allein …«
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11. Mai 2022
»Die Komödie hat daher das zu ihrer Grundlage und ihrem Ausgangspunkte, womit die Tragödie schließen kann: das in sich absolut versöhnte, heitere Gemüt, das, wenn es auch sein Wollen durch seine eigenen Mittel zerstört und an sich selber zuschanden wird, weil es aus sich selbst das Gegenteil seines Zwecks hervorgebracht hat, darum doch nicht seine […]
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10. Mai 2022
»Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste der Natur, aber er ist ein denkendes Schilfrohr. Das ganze Weltall braucht sich nicht zu waffnen, um ihn zu zermalmen; ein Dampf, ein Wassertropfen genügen, um ihn zu töten. Doch wenn das ganze Weltall ihn zermalmte, so wäre der Mensch nur noch viel edler als das, was […]
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9. Mai 2022
»Wo bleibt denn eure Würde, wodurch zeiget sich euer Adel, Menschen die ihr das Nachdenken, und die ihm so günstige, oft so unentbehrliche Stille und Einsamkeit scheuet; die ihr in einer immerwährenden, den Geist betäubenden, geräuschvollen Zerstreuung lebet; so sollten zu einem klaren innigen Bewußtsein euer selbst und eures Zustandes gelanget; eure Besonnenheit und eure […]
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8. Mai 2022
»Endlich, mein Freund, scheint die Zeit gekommen zu sein, wo jenes lügenhafte Bild des Glücks, das so lange am Ziele der menschlichen Laufbahn stand, von seinem Fußgestelle gestürzt und der echte Wegweiser des Lebens, Menschenwürde, an seine Stelle gesetzt werden soll.«
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7. Mai 2022
»Der Künstler ist zwar der Sohn seiner Zeit, aber schlimm für ihn, wenn er zugleich ihr Zögling oder gar noch ihr Günstling ist.« 
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6. Mai 2022
»Wie sehr ich es verabscheue, irgendein verdächtiges Mondscheingespinst und -gespenst, das man ›die Seele‹ nennt, gegen den Leib ausgespielt zu sehen, – innerhalb der Antithese von Körper und Geist bedeutet der Körper das böse, das teuflische Prinzip, denn der Körper ist Natur, und die Natur – innerhalb ihres Gegensatzes zum Geiste, zur Vernunft, ich wiederhole […]
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5. Mai 2022
»Wann immer ich daher an einer Auseinandersetzung teilnehme, erwäge ich zuerst, ob der Gegenstand der Kontroverse eine Frage des Vergleichs ist; und wenn er dies ist, frage ich mich, ob die Diskutierenden dieselben Dinge vergleichen oder ob sie von ganz unterschiedlichen Dingen sprechen.«
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4. Mai 2022
»Seit Kopernikus scheint der Mensch auf eine schiefe Ebene gerathen, – er rollt immer schneller nunmehr aus dem Mittelpunkte weg – wohin? in’s Nichts?«
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3. Mai 2022
»Der reine moralische Trieb ist aufs Unbedingte gerichtet, für ihn giebt es keine Zeit, und die Zukunft wird ihm zur Gegenwart, sobald sie sich aus der Gegenwart nothwendig entwickeln muß. Vor einer Vernunft ohne Schranken ist die Richtung zugleich die Vollendung, und der Weg ist zurückgelegt, sobald er eingeschlagen ist.« 
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2. Mai 2022
»Achte die menschliche Würde ebenso sehr in Anderen wie in dir selbst. Die Nächstenliebe kommt erst nachher und zwar lange nachher; denn wir haben nicht die Freiheit, zu lieben, wohl aber die, zu achten; und Würde […] ist Gerechtigkeit.« 
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1. Mai 2022
»Allerdings zu sagen, dass es sehr wenige weise Menschen auf der Welt gibt, sagt eigentlich gar nichts aus, da es einzig ihre Seltenheit ist, welche ihnen diese Bezeichnung zukommen lässt.«
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30. April 2022
»Mit jeder Kommunikation riskiert der Mensch seine Würde.«
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29. April 2022

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28. April 2022

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27. April 2022
»Manche haben den Menschen definiert als ein Tier, welches lacht. Sie hätten ihn aber auch ein Tier nennen können, das lachen macht, denn wenn das ein anderes lebendes Wesen oder ein toter Gegenstand tut, so geschieht das nur auf Grund irgendeiner Ähnlichkeit mit dem Menschen, auf Grund irgendeines Zuges an ihm, der vom Menschen herrührt […]
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26. April 2022
»Lachen und Weinen können in dem Paradies der Wonnen nicht zum Vorschein kommen. Beide sind Kinder der Mühsal […].«
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25. April 2022
»Seine Bedingtheit, seine Schranken eingestehen, dies ist ja eine Kraft, nicht eine Schwäche. Die Schwäche will den Scherz nicht an sich lassen, weil sie sich nicht über ihn zu stellen vermag. Je größer ein Ding, desto gewisser versteht es einen Spaß. Es ist eine hohle und wohlfeile Komik, die sich nur an eine zum voraus […]
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24. April 2022
»Denn das Anschauen ist die ursprüngliche, von der thierischen Natur unzertrennliche Erkenntnißweise, in der sich Alles, was dem Willen unmittelbares Genügen giebt, darstellt: es ist das Medium der Gegenwart, des Genusses und der Fröhlichkeit: auch ist dasselbe mit keiner Anstrengung verknüpft. Vom Denken gilt das Gegentheil: es ist die zweite Potenz des Erkennens, deren Ausübung […]
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23. April 2022
»In der Tragödie zerstören die Individuen sich durch die Einseitigkeit ihres gediegenen Wollens und Charakters, oder sie müssen resignierend das in sich aufnehmen, dem sie in substantieller Weise selbst sich entgegensetzten; in der Komödie kommt uns in dem Gelächter der alles durch sich und in sich auflösenden Individuen der Sieg ihrer dennoch sicher in sich […]
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22. April 2022
»Musik und Stoff zum Lachen sind zweierlei Arten des Spiels mit ästhetischen Ideen, oder auch Verstandesvorstellungen, wodurch am Ende nichts gedacht wird, und die bloß durch ihren Wechsel und dennoch lebhaft vergnügen können […].«
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21. April 2022
»Bei plötzlicher Freude über ein Wort, eine Tat, einen Gedanken, die das eigene Ansehen erhöhen, das fremde mindern, werden außerdem häufig die Lebensgeister empor getrieben, und dies ist die Empfindung des Lachens.«
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20. April 2022
»Doch in die anderen Götter fuhr nun bedrückender, schwerer Streit, und es wehte der Wind in ihnen in zwiefacher Richtung. Und sie stießen zusammen mit großem Getöse, die breite Erde krachte, es tönte der große Himmel. Und sitzend Auf dem Olympos, vernahm es Zeus; es lachte vor Freude Ihm das Herz, als er sah, wie […]
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19. April 2022
»Das Fest ist der Ort der Ekstase, hier wird man zu einem, gegebenenfalls durch diverse Narkotika und Spirituosen unterstützten, anderen, hier ist man der Noch-nicht-mehr-Mensch, hier darf man es sein.« 
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18. April 2022
»Es wäre geradezu ein schweres Verbrechen am Heiligsten, wollte man im Staube suchen, was man doch in der Höhe finden muss.«
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17. April 2022
»Das Wissen um das Subjektsein des Menschen (und des Menschen allein) ist der einzige in unserem Wissen liegende Grund für die Anerkennung der einzigartigen Würde des Menschen.«
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16. April 2022
»Der Staat darf sich nicht anmaßen, das letzte Urteil über den Menschen zu sprechen. Zum Wesen des Menschen gehören seine Unvollkommenheiten ebenso wie seine wenigstens potentielle Fähigkeit, über diese hinauszuwachsen. […] Seine Hoffnungen und Sehnsüchte, Torheiten und Illusionen, seine Verzweiflungen, auch seine dunklen Triebe und Instinkte gehören zu dem Bild des Menschen, das der verfassungsrechtlichen […]
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15. April 2022
»Um seine Würde zu wahren, muß man eine Situation des Zwangs in eine der Freiheit verwandeln.«
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14. April 2022
»Eine wissenschaftliche Auffassung scheint den Menschen insofern zu erniedrigen, als schließlich nichts übrigbleibt, für das man dem ›autonomen Menschen‹ Anerkennung zollen könnte. Und was die Bewunderung im Sinne von Bestaunen anlangt, so ist das Verhalten, das wir bewundern, ja nur das Verhalten, das wir noch nicht erklären können. Die Wissenschaft sucht natürlich nach einer umfassenderen […]
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13. April 2022
»Denn Selbstdarstellung ist jener Vorgang, der den Menschen in Kommunikation mit anderen zur Person werden läßt und ihn damit in seiner Menschlichkeit konstituiert. Ohne Erfolg in der Selbstdarstellung, ohne Würde, kann er seine Persönlichkeit nicht benutzen. Ist er zu einer ausreichenden Selbstdarstellung nicht in der Lage, scheidet er als Kommunikationspartner aus […]. Der Mensch soll […]
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12. April 2022
»Denn wie es ein Mensch war, der vom Teufel besiegt und überlistet wurde, so sollte es auch ein Mensch sein, der den Teufel besiegte, und wie der Mensch den Tod verdiente, so sollte auch ein Mensch den Tod durch seinen Tod überwinden.«
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11. April 2022
»Ebensowenig ist die Welt um ihrer selbst willen geschaffen worden, denn sie ist offensichtlich nicht darauf angewiesen, die Dinge der Welt zu verwenden, da sie keine Sinne hat. Und man kann auch nicht behaupten, daß Gott die Welt für sich selbst hervorgebracht habe, denn er konnte und kann sie entbehren, wie es ja eindeutig vor […]
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10. April 2022
»Der Mensch ist nicht nur ein auf Selbsterhaltung bedachtes Lebewesen. Ihm ist auch ein feines Gefühl der Selbstachtung eingegeben, dessen Verletzung ihn nicht weniger trifft als ein Schaden an Körper oder Vermögen.«
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9. April 2022
»Humanität ist der Schatz und die Ausbeute aller menschlichen Bemühungen, gleichsam die Kunst unseres Geschlechts. Die Bildung zu ihr ist ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muß, oder wir sinken, höhere und niedere Stände, zur rohen Tierheit, zur Brutalität zurück.« 
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8. April 2022
»Im Geist also, in der Krankheit beruht die Würde des Menschen, und der Genius der Krankheit ist menschlicher als der der Gesundheit.«
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7. April 2022
»Ich bin mir bewusst, dass ein feiner Sinn für Moral, vor allem wenn er mit unwirscher Grundstimmung gepaart ist, uns verständlicherweise Ekel für diese Welt empfinden und uns den normalen Verlauf der menschlichen Angelegenheiten mit übermäßiger Empörung betrachten lässt.«
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6. April 2022
»Ein unvergleichbarer, unbedingter, absoluter Wert, dergleichen die Würde sein soll, ist demnach wie so vieles in der Philosophie die mit Worten gestellte Aufgabe zu einem Gedanken, der sich gar nicht denken läßt, sowenig wie die höchste Zahl oder der größte Raum.«
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5. April 2022
»Für den unbeschränkten Lebenswillen, der die Welt und sich selbst positivistisch sieht, das Dauern als Maßstab des Seins absolut nimmt, ist die Unausweichlichkeit des Todes Grund ratloser Verzweiflung. Die Vergeßlichkeit in dem Bewußtsein der zeitlichen Unbestimmtheit seines Eintritts läßt ihn darüber hinweggleiten.«
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4. April 2022
»Freilich, wenn wir zurückdenken an die verflossenen Jahrtausende, an die Millionen von Menschen die in ihnen lebten; dann fragen wir: was waren sie? was ist aus ihnen geworden? – Aber wir dürfen dagegen nur die Vergangenheit unseres eigenen Lebens uns zurückrufen, und ihre Scenen in der Phantasie lebhaft erneuern, und nun wieder fragen: was war […]
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3. April 2022

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2. April 2022
»Es gibt keinen Grund, warum die begriffliche Struktur einer kulturellen Interpretation nicht ebenso formulierbar und damit ebensosehr expliziten Bewertungskriterien unterliegen sollte wie z.B. die einer biologischen Beobachtung oder eines physikalischen Experiments …«
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31. März 2022

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30. März 2022
»Der Mensch muss daher Etwas aufsuchen, dem er, als einem letzten Ziele, alles unterordnen, und nach dem er, als nach einem absoluten Maassstab, alles beurtheilen kann. Dies kann er nicht anders, als in sich selbst finden, da in dem Inbegriff aller Wesen sich nur auf ihn allein alles bezieht.«
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29. März 2022
»Dadurch unterscheidet sich die Gerechtigkeit von der Liebe und allen Gefühlen und Neigungen, daß sie unentgeltlich, der Gegensatz des Egoismus ist und daß sie einen Zwang auf uns ausübt, der allen anderen Gefühlen vorgeht.«
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28. März 2022
»SATIN. Nur der Mensch allein existiert, alles übrige – ist das Werk seiner Hände und seines Gehirns! Der M-ensch! Einfach großartig! So erhaben klingt das! M-men-nsch! Man soll den Menschen respektieren! Nicht bemitleiden … nicht durch Mitleid erniedrigen soll man ihn … sondern respektieren! Trinken wir auf das Wohl des Menschen, Baron! Wie schön ist’s […]
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27. März 2022
»Beruht nicht alle Liebe zum Menschen auf der sympathievollen, brüderlich-mitbeteiligten Erkenntnis dieser seiner fast hoffnungslos schwierigen Situation? Ja, es gibt einen Menschheitspatriotismus auf dieser Basis: man liebt den Menschen, weil er es schwer hat – und weil man selbst einer ist.«
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26. März 2022
»Was die maßgeblichste Form der Seele in uns angeht, müssen wir darüber denken, dass der Gott sie einem jeden als Schutzgeist gegeben hat, nämlich als die Form, von der wir sagen, dass sie im obersten Teil unseres Körpers wohnt und uns zu dem im Himmel, was uns verwandt ist, von der Erde erhebt, da wir […]
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25. März 2022
»Humanität ist der Charakter unseres Geschlechts; er ist uns aber nur in Anlagen angeboren und muß uns eigentlich angebildet werden. Wir bringen ihn nicht fertig auf die Welt mit; auf der Welt aber soll er das Ziel unseres Bestrebens, die Summe unserer Übungen, unser Wert sein: denn eine Angelität im Menschen kennen wir nicht […].«
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24. März 2022
»Das zuerst verborgene und verschlossene Wesen des Universums hat keine Kraft, die dem Mute des Erkennens Widerstand leisten könnte; es muß sich vor ihm auftun und seinen Reichtum und seine Tiefen ihm vor Augen legen und zum Genusse geben.«
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23. März 2022

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22. März 2022

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21. März 2022
»Die Seele zeigt ihr von der gemeinen Niedrigkeit geschiedenes königliches und erhabenes Wesen schon darin, dass sie unabhängig und selbständig ist, nach eigenen Entschlüssen selbstmächtig waltend.«
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20. März 2022
»Welch leerer Wahn des Menschen, welch sinnlose Verehrung des Ranges: im Purpur zu glänzen, im Herzen aber befleckt zu sein. Du bist von vornehmer Geburt? Du rühmst dich deiner Ahnen? Alle werden wir doch zu gleichem Schicksal geboren, die Tugend allein unterscheidet uns.«
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19. März 2022
»Während der Schöpfer den Blick der anderen Wesen nach unten lenkte und bannte, so dass sie die Erde betrachten, hat er dagegen den des Menschen emporgerichtet, damit er den Himmel anschaue, da er kein Erdengeschöpf, sondern, wie das alte Wort lautet, ein Himmelsgewächs ist.«  Quelle: [Philon, De plantatione 4,16f. (PhAO 1371, 1-8), übers. von Isaak […]
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18. März 2022
»Und besonders ist dem Menschen das Aufsuchen und Aufspüren der Wahrheit eigen. Deshalb sehnen wir uns, wenn wir von den notwendigen Geschäften und Sorgen frei sind, etwas zu sehen, zu hören, hinzuzulernen, und die Erkenntnis verborgener und bewunderungswürdiger Gegenstände halten wir für notwendig zum glücklichen Leben.« Quelle: Cicero, Marcus Tullius, De officiis / Vom pflichtgemäßen […]
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17. März 2022
»Gefahren schätzt der Hochsinnige nicht um jeden, selbst den kleinsten Preis. Er ist auch nicht versessen auf Gefahren, denn nur weniges hält stand, wenn er es abwägt. Im Gegenteil: nur dann, wenn Großes auf dem Spiele steht, will er das Wagnis, und wenn er dann sich einsetzt, gilt ihm das Leben wenig – er weiß, […]
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16. März 2022

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15. März 2022
»So macht der Mensch die Ferne zum Tummelplatz seiner Wünsche und Phantasien. Was jenseits seiner nächsten Umgebung und ihrer fühlbaren Mängel liegt – und welcher Ort, welches Klima ist frei von Unannehmlichkeiten? -, hält er für etwas Besseres; aber, wohlgemerkt, nur in der Einbildung, denn in der wirklichen Entfernung von seinem Heimatland ergreift den Menschen […]
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14. März 2022
»Aber im Manne ist mehr Kind als im Jünglinge, und weniger Schwermuth: besser versteht er sich auf Tod und Leben.« Friedrich Nietzsche, Sämtliche Werke, Teil 4, Also sprach Zarathustra, Deutscher Taschenbuch, 1999, Giorgio Colli / Mazzino Montinari (Hrsg.), München/Berlin/New York.
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13. März 2022
»Als Schauspiel für andere kann ein Leben den Charaker eines vollendeten haben, als wirkliches hat es ihn nicht. Im Leben bleibt Spannung und Ziel, Inadäquatheit und Unvollendung.« Karl Jaspers, Philosophie. Zweiter Band: Existenzerhellung, Berlin, Julius Springer, 1932.
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12. März 2022
»Ein Mann sollte aber den Mut haben, Menschen zu bewundern, die sich hohe Ziele stellen, auch wenn sie scheitern.« Seneca, Vom glücklichen Leben, in: Handbuch des glücklichen Lebens. Philosophische Schriften. Aus dem Lat. übers. und hrsg. von Heinz Berthold, Anaconda, Köln 2011, S. 153.
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11. März 2022
»Denn meiner Meinung nach fängt die Geschichte des Menschen heute erst an, seine Gefährdung, seine Tragödie. Bisher standen noch die Altäre der Heiligen und die Flügel der Erzengel hinter ihm, aus Kelchen und Taufbecken rann es über seine Schwächen und Wunden. Jetzt beginnt die Serie der großen unlösbaren Verhängnisse seiner selbst […].« Gottfried Benn, Essays […]
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10. März 2022

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9. März 2022

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8. März 2022
»Himmel und Hölle setzen zwei verschiedene Arten von Menschen voraus, die guten und die bösen. Aber der größte Teil der Menschheit schwankt zwischen Laster und Tugend. Wenn jemand in der Absicht die Welt durchwandern wollte, den Rechtschaffenen eine gute Mahlzeit und den Bösen eine ordentliche Tracht Prügel zu geben, so würde ihm die Wahl häufig […]
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7. März 2022
»Die Erde wälzt sich vom Tage in die Nacht; das Individuum stirbt: aber die Sonne selbst brennt ohne Unterlaß ewigen Mittag; dem Willen zum Leben ist das Leben gewiß; die Form des Lebens ist Gegenwart ohne Ende; gleichviel wie Individuen, Erscheinungen der Idee, in der Zeit entstehn und vergehn, flüchtigen Träumen zu vergleichen.« Arthur Schopenhauer, […]
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6. März 2022
»Aber der Mensch hat weit mehr als die Natur einen horror vacui, einen Abscheu der Leere; er will allwissen sein und weiß doch nichts. So füllt er den leeren Raum seiner Unwissenheit mit den Gestalten seiner Phantasie aus. Aber was sind die ersten reinen Wesen der Phantasie für den Menschen? Die Toten.« Ludwig Feuerbach, Die […]
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5. März 2022
»Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt: das wissen Die, welche lange geliebt werden wollen.« Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Deutscher Taschenbuch, 1999, s. 94.
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4. März 2022
»Kein Wunder daher, daß die Wissenschaft die Welt nur so weit in ihre Begriffsgefüge aufnimmt, als in ihr Mechanismus enthalten ist; denn nur so weit ist sie beherrschbar: die Natur technisch, Leib und Seele ärztlich, pädagogisch, staatsmännisch. Dieses Tun der positiven Wissenschaft – es ist unendlich lebenswichtiger als alle Philosophie. Aber die Wahrheit über das […]
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3. März 2022
»Im Leben ist uns alles Erreichte wie tot. Nichts Vollendetes kann leben. Sofern wir zur Vollendung streben, streben wir als zum Fertigen zum Toten. Daher ist uns im Leben das Vollendete partikular, Stufe und Ausgangspunkt. Was vorher Ziel schien, wird Mittel des Lebens. Das Leben bleibt übergreifend. Es selbst zur Vollendung zu bringen, ist ein […]
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2. März 2022
»Solange ich lebe, kann ich Lügen strafen, was der Andere von mir entdeckt …« Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie, Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt, 1993.
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1. März 2022
»Existenz ist, was nie Objekt wird, Ursprung, aus dem ich denke und handle, worüber ich spreche in Gedankenfolgen, die nichts erkennen; Existenz ist, was sich zu sich selbst und darin zu seiner Transzendenz verhält.« Karl Jaspers, Philosophie. Zweiter Band: Existenzerhellung, 1932, Berlin, S. 13.
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28. Februar 2022
»Ein jeder scheidet aus dem Leben, als sei er gerade geboren.« Epikur, Briefe. Sprüche. Werkfragmente. Griechisch/Deutsch, Übers. und hrsg. von Hans-Wolfgang Krautz, Reclam, 1980, Stuttgart.
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28. Februar 2022

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27. Februar 2022
»Alle Lehren, die von unseren Neigungen begünstigt werden, sind verdächtig …« David Hume, Über die Unsterblichkeit der Seele, Die Naturgeschichte der Religion. Über Aberglaube und Schwärmerei. Über die Unsterblichkeit der Seele. Über Selbstmord, Kreimendahl, Lothar (Hrsg.), Hamburg, Felix Meiner Verlag, 2000.
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26. Februar 2022
»Wir wollen im Lichte dessen, was wir zu sein glauben, und je besser wir verstehen, was wir sind, desto klarer unser Wollen: aber das Wollen würde aufhören, ein Wollen zu sein, wenn sich jemand einbildete, daß, weil wir so und so sind, wir so und so wollen müssen.« Ernst Tugendhat, Gedanken über den Tod, Philosophie […]
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25. Februar 2022
»Man hat oft gesagt, wir befänden uns in der Lage eines Verurteilten, zwischen anderen Verurteilten, der den Tag seiner Hinrichtung nicht weiß, der aber sieht, wie täglich Mitgefangene hingerichtet werden. Das stimmt nicht ganz genau: vielmehr müßte man uns mit einem zum Tode Verurteilten vergleichen, der sich tapfer auf den letzten Gang vorbereitet, der alle […]
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24. Februar 2022
»Jeder Weg hinauf, alle Kreativität, jeder Einsatz, aber wohl auch alles Obensein, alles Glück setzt diese Selbstzentriertheit voraus und impliziert das Risiko der Verzweiflung. Die Gelassenheit, das Sichloslassen ist nicht mehr Realitätssinn, denn in dieser Haltung stemmen wir uns nicht mehr nach außen und haben das Universum nicht mehr uns gegenüber, sondern treten in dieses […]
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23. Februar 2022
»Der Glaube an die Geister ist die Folge des Glaubens an die Unsterblichkeit. Die Substanz, aus der die Geister gemacht sind, ist eher vollblütige Leidenschaft und Lebenswille als die wesenlose Materie, die durch Träume und Illusionen geistert.« Malinowski, Bronislaw, Magie, Wissenschaft und Religion (1948), in: Malinowski, Bronislaw, Magie, Wissenschaft und Religion und andere Schriften, Fischer, […]
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22. Februar 2022
»Sterben will ich nicht, aber tot sein ist mir gleich.« Cicero, Gespräche in Tusculum. Hrsg. und übers. von Olof Gigon, Artemis und Winkler, 2003, Düsseldorf, Zürich, S. 14.
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21. Februar 2022
»Alles, was schön ist im Leben, das hattest du: nun bist du fertig; / Doch weil du immer verschmähst, was du hast, und begehrst, was du nicht hast, / So entschwand dir dein Leben in unerfreulicher Halbheit, / Bis sich der Tod urplötzlich zu Häupten dir stellte, bevor du / Scheiden konntest gesättigt und voll […]
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20. Februar 2022
»Geboren sind wir nur einmal; zweimal ist es nicht möglich, geboren zu werden. Notwendig ist es, die Ewigkeit hindurch nicht mehr zu sein. Du aber bist nicht Herr des morgigen Tages und schiebst dennoch das Erfreuliche auf. Das Leben geht unter Zaudern verloren, und jeder einzelne von uns stirbt in seiner Unrast.« Epikur, Briefe. Sprüche. […]
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19. Februar 2022
»Die Philosophen aber sollten so nahe wie möglich am Gestorbensein leben.« Platon, Phaidon 67e
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18. Februar 2022
»Der freie Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht ein Nachdenken über den Tod, sondern über das Leben.« Baruch de Spinoza, Die Ethik, Nikol, 2015, Hamburg, Teil IV, Lehrsatz 67, S. 274.
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17. Februar 2022
»Ehe Götter geboren werden, und auch dann, wenn sie gestorben sind, weil sie keinen Glauben finden, der ihnen opferte, geistern Dämonen an der Stätte der Geburt und des Todes.« Robert Müller-Sternberg, Die Dämonen. Wesen und Wirkung eines Urphänomens, Schünemann, 1964, , S. 51
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16. Februar 2022
»Die Frage, ob der Wille eines Menschen frei sei, ist ebenso sinnlos wie die, ob sein Schlaf geschwind oder seine Tugend viereckig sei.« John Locke, Versuch über den menschlichen Verstand Meiner, 2000, Hamburg.
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15. Februar 2022
»Das menschliche Herz hat die fatale Neigung, nur etwas Erdrückendes Schicksal zu nennen. Aber auch das Glück ist, da es unvermeidlich ist, auf seine Weise unvernünftig. Trotzdem rechnet der moderne Mensch es sich als Verdienst an, wenn er es überhaupt erkennt.« Albert Camus, Der Mythos des Sisyphos Rowohlt, 2013, Reinbeck bei Hamburg, S. 153.
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14. Februar 2022
»Der Begriff, das Instrument der Entlastung, der entspannten Vergegenwärtigung des Nicht-Anwesenden, ist zugleich das Instrument einer Anwartschaft auf neue Gegenwärtigkeit, neue Anschauung – aber diesmal einer nicht aufgezwungenen, sondern aufgesuchten. Der Genuß erfordert die Rückkehr zur vollen Sinnlichkeit unter den Bedingungen des Rückkehrenden.« Hans Blumenberg, Theorie der Unbegrifflichkeit Suhrkamp, 2007, Frankfurt am Main, S. 27.
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13. Februar 2022
»Die Eitelkeit ist so tief im Herzen des Menschen verankert, daß ein Soldat, ein Troßbube, ein Koch, ein Lastträger sich rühmt und seine Bewunderer haben will; und die Philosophen selbst wollen welche haben; und die, welche dagegen schreiben, wollen den Ruhm haben, gut geschrieben zu haben; und die es lesen, wollen den Ruhm haben, es […]
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12. Februar 2022
»Es bleibt jedem Gruppenmitglied freigestellt, die vorläufig offizielle Meinung in jenen Punkten zu bilden, die für ihn entscheidend, aber für die anderen nicht von unmittelbarer Bedeutung sind … Als Gegenleistung bleibt er in Fragen, die für ihn ohne entscheidende Bedeutung sind, stumm oder äußert sich unverbindlich.« Erving Goffman, Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im […]
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11. Februar 2022
»Geliebt zu werden, ist auf jeden Fall mysteriös. Nachzufragen, um Klarheit zu schaffen, empfiehlt sich nicht. Bestenfalls kann es der andere Ihnen überhaupt nicht sagen; schlimmstenfalls stellt sich sein Grund als etwas heraus, das Sie selbst bisher nicht für Ihre charmanteste Eigenschaft hielten …« Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein München, Piper, 1987, S. 98.
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10. Februar 2022
»Ein Aufgehen in sich selbst dagegen verhilft zu keinerlei ersprießlicher Tätigkeit. Es vermag zur Abfassung eines Tagebuchs, zu einer psychoanalytischen Kur, vielleicht auch ins Kloster führen.… Für die Unglücklichen, deren Selbstvertiefung zu fest eingewurzelt ist, um auf andere Art geheilt werden zu können, ist der einzige Weg zum Glück ein streng diszipliniertes Hinlenken des Geistes […]
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9. Februar 2022
»Denn die Liebe, o Sokrates, geht gar nicht auf das Schöne, wie du meinst.« – – »Sondern worauf denn?« – – »Auf die Erzeugung und Ausgeburt im Schönen.« Platon, Symposion, 206e [Sokrates] Übers. von Friedrich Schleiermacher, Platon Werke Band 3, WBG, 2011
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8. Februar 2022
»Jeder von uns ist also ein Stück von einem Menschen, da wir ja zerschnitten, wie die Schollen, aus einem zwei geworden sind. Also sucht nun immer jedes sein anderes Stück.« Platon, Symposion 191d [Aristophanes]
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7. Februar 2022
»Die Freundschaft richtet sich auf den Anderen, die Liebe sucht, was nicht die Struktur des Seienden hat, sie sucht vielmehr das unendliche Zukünftige, was, was zu zeugen ist.« Emmanuel Levinas, Totalität und Unendlichkeit. Versuch über die Exteriorität, Freiburg i. Br. / München 2002, S. 389.
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6. Februar 2022
»Wer den ordo amoris eines Menschen hat, hat den Menschen. Er hat für ihn als moralisches Subjekt das, was die Kristallformel für den Kristall ist.« Max Scheler, Wesen und Formen der Sympathie, Bonn 1985, S. 155.
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5. Februar 2022
»Das Herz hat seine Gründe, de die Vernunft nicht kennt.« Blaise Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände, hrsg. von Ewald Wasmuth, Gerlingen 1994, IV,277.
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4. Februar 2022
»Die Leute sagten, wer einen Kuß von einem aus dem Berge bekommen, der könne der Lockung nicht widerstehn, die ihn auch mit Zauber-Gewalt in die unterirdischen Klüfte reiße.« Ludwig Tieck, Sämtliche Werke, Der getreue Eckart und der Tannhäuser, Zweiter Abschnitt [1799/1812], E-artnow 2016 (Ebook)
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3. Februar 2022
»Der Glaube an die Geister ist die Folge des Glaubens an die Unsterblichkeit. Die Substanz, aus der die Geister gemacht sind, ist eher vollblütige Leidenschaft und Lebenswille als die wesenlose Materie, die durch Träume und Illusionen geistert.«
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2. Februar 2022
»Wie der Mensch denkt, wie er gesinnt ist, so ist sein Gott: so viel Wert der Mensch hat, so viel Wert und nicht mehr hat sein Gott.« Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums (1841). Stuttgart: Reclam, 1994. S. 52f.
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1. Februar 2022
»Wo jedoch die Interessen der Religion selbst auf dem Spiele stehen, kann keine Moral Kraft genug entfalten, um den schwärmerischen Eiferer in Schach zu halten. Die Heiligkeit der Sache rechtfertigt jedes Mittel, das sich zu ihrer Förderung einsetzen lässt. Bereits die ständige Rücksichtnahme auf ein derart wichtiges Interesse wie das des ewigen Seelenheiles ist geeignet, […]
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31. Januar 2022
#Religion #Dämon »Unsere Religion sei auch nicht kein Kult der Dämonen, denn aller Aberglaube ist eine schlimme Strafe und gefährlichste Schmach der Menschen, aber Ehre und Triumph jener Bösewichter.«
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30. Januar 2022
»Falls uns die Götter jedoch weder helfen können noch wollen, falls sie sich überhaupt nicht um uns kümmern, unser Tun und Treiben nicht beachten und es nichts gibt, was von ihnen bis zum Leben der Menschen dringen kann, warum sollten wir dann für die unsterblichen Götter irgendwelche Kulte einrichten, ihnen Ehre erweisen und Gebete an […]
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29. Januar 2022
»Überall sollten wir fühlen, dass der Ort, auf dem wir stehn, heiliges Land ist.« Friedrich Max Müller: Essays (1867/1869). Bd. 1: Betirgäge zur vergleichenden Religionswissenschaft. Vorrede. Leipzig: Wilhelm Engelmann, 1869, S. XXVII.
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28. Januar 2022
»Es scheint kaum eines Beweise zu bedrüfen, dass keine Religion das bleiben kann, was sie zu Lebzeiten ihres Gründers und ihrer ersten Apostel war. Und doch ist es nur zu leicht vergessen, dass ohne stete Reform, d. h. ohne stetes Zurückgehen auf ihren Urquell, jede Religion, selbst die vollkommenste, ja, die vollkommenste eben wegen ihrer […]
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27. Januar 2022
»Es gibt keine magische Kirche … Der Magier hat eine Kundschaft und keine Kirche ….« Émil Durkheim: Die elementaren Formen des religiösen Lebens (1912). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1981. S. 72f.
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26. Januar 2022
»Man spricht sehr glatt von Buddhismus, Brahmanismus etc., als ob Jeder wüsste, was man darunter zu verstehen hat, während doch in der That diese Worte die ungeheuerste Verallgemeinerung anstreben für die innersten Überzeugungen von Millionen von Individuen, welche seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden, im Norden und Süden der Erde gelebt, gedacht und gehofft haben.« Friedrich Max […]
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25. Januar 2022
»Geistige Wesen, glaubt man, beeinflussen und lenken die Ereignisse der materiellen Welt und zwar sowohl dieses wie das künftige Leben des Menschen; und da man annimmt, dass sie mit Menschen verkehren und von menschlichen Handlungen angenehm oder unangenehm berührt werden, so führt der Glaube an ihre Existenz ganz naturgemäß, man könnte fast sagen unvermeidlich früher […]
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24. Januar 2022
»Religion ist, was immer sie noch sein mag, die Gesamtreaktion eines Menschen auf das Leben.« William James: Die Vielfalt der religiösen Erfahrung (1902). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1997. Vorlesung II. S. 60ff.
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23. Januar 2022
»Man kann entsprechend der Scheidung von ›Kultus‹ und ›Zauberei‹ als ›Priester‹ diejenigen berufsmäßigen Funktionäre bezeichnen, welche durch Mittel der Verehrung die ›Götter‹ beeinflussen, im Gegensatz zu den Zauberern, welche ›Dämonen‹ durch magische Mittel zwingen.« Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft; in: Grundriss der Sozialökonomik, III. Abt., 1. Halbband Tl. 2: Typen der Vergemeinscahftund und VERGESELLSCHAFTUNG, Kap. […]
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22. Januar 2022
»So … grauenvoll-furchtbar das Dämonisch-Göttliche dem Gemüte erscheinen kann, so locken-reizvoll wird es ihm.« Rudolf Otto, Das Heilige. Über das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen, München, Beck Verlag 2004, S. 42.
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21. Januar 2022
»Die Kritik hat die imaginairen Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche.« Karl Marx: Einleitung zur Kritik der Hegel’schen Rechtsphilosophie (1844). In: K. M.: Philosophische und ökonomische Schriften. Hrsg. von Johannes Rohbeck und Peggy H. Breitenstein. Stuttgart: […]
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20. Januar 2022
»Teufel, Kobolde, Hexen, Gespenster, Engel waren heilige Wahrheiten, solange das religiöse Gemüt ungebrochen, ungeteilt die Menschheit beherrschte.« Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums (1841). Stuttgart: Reclam, 1994. S. 66.
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19. Januar 2022
»Alles Spielen ist ein Gespieltwerden. Der Reiz des Spieles, die Faszination, die es ausübt, besteht eben darin, dass das Spiel über den Spielenden Herr wird.« Gadamer, Wahrheit und Methode, S. 112 Mohr Siebeck Verlag 2010, ISBN-10: 3161502116
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18. Januar 2022
»Denn ein Selbst ist das, was in der Welt am wenigsten gefragt ist, und das ist etwas, was am allergefährlichsten ist, sich anmerken zu lassen, daß man eines hat. Die größte Gefahr, sich selbst zu verlieren, kann in der Welt so still vonstatten gehen, als wäre es nichts.« Sören Kierkegaard, Die Krankheit zum Tode [1849], […]
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17. Januar 2022
»Es gibt und gab freilich Philosophen, die meinten, die Götter kümmerten sich überhaupt nicht um die menschlichen Geschicke. Falls deren Ansicht zutrifft, wie können dann noch Frömmigkeit, Ehrfurcht und Religiosität bestehen? Denn all das kann man der Macht der Götter ja nur dann lauter und rein entgegegenbringen, wenn sie es auch zur Kenntnis nehmen und […]
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16. Januar 2022
»Und was Du aber verehrst, ist von allentscheidender Bedeutung« Lactantius: Divinae Institutionis / Göttliche Unterweisungen (IV. 28,11). Aus dem Lateinischen übersetzt von Jens Schlieter, Entnommen aus: Schlieter, JEns (Hrsg.), Was ist Religion?, Ditzingen, Reclam, 2018.
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15. Januar 2022
»Denn jede Herrschaft von Menschen über Menschen wird durch den Tod, sei es der Herren, sei es der Knechte, beendet. Die Knechtschaft aber unter der Hoffart der bösen Engel ist im Hinblick auf die Zeit nach dem Tode viel mehr zu fürchten.« Aurelius Augustinus von Hippo, Über die wahre Religion Augustinus: De vera religione / […]
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14. Januar 2022
»Jeder Engel aber, der seine eigenen Ausschreitungen liebt und der Wahrheit nicht Untertan sein will, der nur nach eigenem Gut verlangt und darum vom gemeinsamen Gut und der wahren Seligkeit ausgeschlossen ist, dessen Gewalt alle Bösen zur Unterdrückung und Peinigung, Gute aber höchstens zur Prüfung ausgeliefert werden, der darf unfraglich nicht verehrt werden. Denn seine […]
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13. Januar 2022
»Du weißt doch, dass alle Leute, die bigott sind, zwar die Gottlosigkeit weit mehr fürchten als die Absurdität, sich aber gewöhnlich in beider Hinsicht gleichermaßen schuldig machen.« David Hume, Dialoge über die natürliche Religion. Übersetzt und hrsg. von Norbert Hoerster. Stuttgart: Reclam 1994. S. 130f.
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12. Januar 2022
O Lust für den, der im Bergwald in rasendemLaufe stürzt hin auf den Grund …EURIPIDES • DIE BACKCHEN[RECLAM 2005, S. 9, VERS 135F.]
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11. Januar 2022
»Undenkbar wäre ein Fest, an dem nichts Gemeinsames geschähe und an dem jeder still vor sich hin sein mitgebrachtes Essen herunterschlänge. Auch wenn es grausam zugeht, Blut fließt und Menschen geopfert werden: Ein Fest feiert man gemeinsam.« Brenner/Zirfas ›Feste Feiern‹ Reclam 2002 • Lexikon der Lebenskunst, S. 108
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10. Januar 2022
»Es stand geschrieben, daß ich dem Ungeheuer meiner Wahl treu bleiben sollte. Ich brannte darauf, mich, ganz für mich allein, mit diesem Schatten auseinanderzusetzen.« Joseqh Conrad • Das Herz der Finsternis
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9. Januar 2022
»Leidenschaft! Trunkenheit! Wahnsinn! Ihr steht so gelassen, so ohne Teilnehmung da, ihr sittlichen Menschen! Scheltet den Trinker, verabscheut den Unsinnigen, geht vorbei wie der Priester und dankt Gott wie der Pharisäer, dass er euch nicht gemacht hat wie einen von diesen. Ich bin mehr als einmal trunken gewesen, meine Leidenschaften waren nie weit vom Wahnsinn, […]
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8. Januar 2022
»Ihm zufolge war dies alles, war das Böse, war der Böse selbst ein notwendiger Ausfluß und ein unvermeidliches Zubehör der heiligen Existenz Gottes selbst; wie denn auch das Laster nicht aus sich selbst bestand, sondern seine Lust aus der Besudelung der Tugend zog, ohne welches es wurzellos gewesen wäre; anders gesagt: es bestand in dem […]
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7. Januar 2022
»Es ist etwas Eignes, daß Wahnsinnige oft, als ständen sie in näherer Beziehung mit dem Geiste, und gleichsam in ihrem eignen Innern leichter, wiewohl bewußtlos angeregt vom fremden geistigen Prinzip, oft das in uns Verborgene durchschauen und in seltsamen Anklängen aussprechen, so daß uns oft die grauenvolle Stimme eines zweiten Ichs mit unheimlichem Schauer befängt.« […]
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6. Januar 2022
» … denn das ist der Verzweiflung am liebsten, ihre meist gesuchte Wohnstätte: tief drinnen im Glück.« Sören Kierkegaard • Die Krankheit zum Tode [1849](DTV Verlag 2005, ISBN-10: 3423133848, S. 46)
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5. Januar 2022
– Aber seltsam!  Oft, uns in eignes Elend zu verlocken,  Erzählen Wahrheit uns des Dunkels Schergen,  Verlocken erst durch schuldlos Spielwerk, um  Vernichtend uns im Letzten zu betrügen.SHAKESPEARE – MACBETH [10]
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