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Schlagwort: Transzendenz

»Der Gott des Theismus muß das Lachen im Ernste fürchten: denn er will sich in beständiger Ferne von der Welt behaupten, gibt die Durchdringung des Endlichen und Unendlichen nicht zu, und da beide Momente hiermit für diese Weltanschauung nicht ineinander sind, so erhält sich auch das Unendliche nicht in der Kollision mit dem Endlichen der Erscheinungswelt.«

Quelle

Friedrich Theodor Vischer: Über das Erhabene und Komische – und andere Texte zur Ästhetik. Einl. von Willi Oelmüller. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1967, S. 160-183.

»Komik gehört der Ebene an, auf die alle Normierungen spezieller Art zurückweisen: die Ebene, in der sich der Mensch als solcher und im Ganzen in der Welt und gegen die Welt behauptet. Sein Irgendwo-irgendwann-Darinstehen, d.h. seine exzentrische Position, ermöglicht ihm, sich und seine Welt, in der er zu Hause ist und auf die er sich versteht, als begrenzt und offen zugleich zu nehmen, vertraut und fremd, sinnvoll und widersinnig.«

Quelle

Helmuth Plessner: Lachen und Weinen. Eine Untersuchung nach den Grenzen menschlichen Verhaltens (1941). In: H.P.: Gesammelte Schriften. Hrsg. von Günter Dux [u.a.]. Bd. 7: Ausdruck und menschliche Natur. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1982, S. 303f. – © 1982 Suhrkamp Verlag, Fankfurt am Main.

»Der Mensch steigt aus seiner eigenen Natur heraus: aus sterblich wird unsterblich, aus vergänglich unvergänglich und aus flüchtig ewig, aus dem Menschen wird kurz: Gott.«

Quelle

Gregor von Nyssa, Orationes de beatidudinibus (GNO 7/2, 150f.), übers. von Viktor Pöschl, in: Pöschl, Viktor, Die Würde des Menschen, Leiden/Boston: Brill 2006, S. 181. – © 2006 Koninklijke Brill NV, Leiden.

»Es sind nämlich die Menschen nicht nur als Insassen und Bewohner der Erde anzusehen, sondern sie sind von der Erde aus die Betrachter überirdischer und himmlischer Erscheinungen, eines Schauspiels, das für eine andere Gattung von Lebewesen von Bedeutung ist.«

Quelle

Cicero, Marcus Tullius, De natura deorum / Über das Wesen der Götter. Lat./Dt. Übers. und hrsg. von Ursula Blank-Sangmeister. Nachw. von Klaus Thraedte, Stuttgart, Reclam, 1995, S. 251.

»Doch in die anderen Götter fuhr nun bedrückender, schwerer Streit, und es wehte der Wind in ihnen in zwiefacher Richtung. Und sie stießen zusammen mit großem Getöse, die breite Erde krachte, es tönte der große Himmel. Und sitzend Auf dem Olympos, vernahm es Zeus; es lachte vor Freude Ihm das Herz, als er sah, wie die Götter sich trafen im Streite.«

Quelle

Homer: Ilias: Übers., Nachwort und Register von Roland Hampe. Stuttgart: Reclam 1979, S. 440. [Ilias, 21. Gesang, V.385-390.]

»Existenz ist, was nie Objekt wird, Ursprung, aus dem ich denke und handle, worüber ich spreche in Gedankenfolgen, die nichts erkennen; Existenz ist, was sich zu sich selbst und darin zu seiner Transzendenz verhält.«

Karl Jaspers, Philosophie. Zweiter Band: Existenzerhellung,
1932, Berlin, S. 13.

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