Blog für Philosophie

Schlagwort: Religion

»Denn über die Gestalt der Götter, ihren Aufenthaltsort und Wohnsitz und über ihre Lebensweise wird vielerlei behauptet, und darüber herrscht bei den Philosophen ein erbitterter Meinungsstreit.«

Quelle

Cicero, De natura deorum / Über das Wesen der Götter • Lat./Dt. Übersetzt und hrsg. von U. Blank-Sangmeister. Stuttgart: Reclam, 2003, S. 7.

»Normalerweise sprechen Menschen über die Religion anderer, wie sie ist, während sie über ihre eigene reden, wie sie sein soll.«

Quelle

The Meaning an End of Religion. A New Approach to Religious Traditions of Mankind (1962), Fortress Press, 1993, Smith, Wilfred Cantwell, Minneapolis. Entnommen aus: Schliter, Jens, Was ist Religion? Texte von Cicero bis Luhmann, Reclam, 2018.

»Ist die Religion erst einmal zur ›Privatsache‹ geworden, kann das Individuum nach freiem Belieben aus dem Angebot ›letzter‹ Bedeutungen wählen. Geleitet wird es dabei nur noch von den Vorlieben, die sich aus seiner sozialen Biographie ergeben.«

Quelle

Thomas Luckmann • Die unsichtbare Religion (1967), Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991.

»Es gibt keine magische Kirche.«

Quelle

Émil Durkheim • Die elementaren Formen des religiösen Lebens (1912), Suhrkamp, 1981, Frankfurt am Main.

»Religion ist, was immer sie noch sein mag, die Gesamtreaktion eines Menschen auf das Leben. Warum sollte man daher nicht sagen, daß jede Gesamtreaktion auf das Leben eine Religion ist?«

Quelle

WILLIAM JAMES • Die Vielfalt der religiösen Erfahrung (1902), Suhrkamp, 1997, Frankfurt am Main.

»Es hatte und hat freilich seine Notwendigkeit und seinen guten Sinn, wenn in Zeiten eines wachen christlichen Empfindens zum Schmerz aller Ästheten heidnische Tempel dem Erdboden gleichgemacht, Götter- und Heiligenbilder zerstört, Glasmalereien entzweigeschlagen, Orgeln ausgeräumt wurden.«

Quelle

KARL Barth • Kirchliche Dogmatik, Theologischer Verlag TVZ, 1993, I,2, Zürich • §17 GOTTES OFFENBARUNG ALS AUFHEBUNG DER RELIGION (1937).

»Der Glaube an die Geister ist die Folge des Glaubens an die Unsterblichkeit. Die Substanz, aus der die Geister gemacht sind, ist eher vollblütige Leidenschaft und Lebenswille als die wesenlose Materie, die durch Träume und Illusionen geistert.«

Malinowski, Bronislaw, Magie, Wissenschaft und Religion (1948), in: Malinowski, Bronislaw, Magie, Wissenschaft und Religion und andere Schriften, Fischer, 1973, S. 36f.

»Der Glaube an die Geister ist die Folge des Glaubens an die Unsterblichkeit. Die Substanz, aus der die Geister gemacht sind, ist eher vollblütige Leidenschaft und Lebenswille als die wesenlose Materie, die durch Träume und Illusionen geistert.«

Malinowski, Bronislaw, Magie, Wissenschaft und Religion (1948), in: Malinowski, Bronislaw, Magie, Wissenschaft und Religion und andere Schriften, Fischer, 1973, S. 36f.

»Wie der Mensch denkt, wie er gesinnt ist, so ist sein Gott: so viel Wert der Mensch hat, so viel Wert und nicht mehr hat sein Gott.«

Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums (1841). Stuttgart: Reclam, 1994. S. 52f.

»Wo jedoch die Interessen der Religion selbst auf dem Spiele stehen, kann keine Moral Kraft genug entfalten, um den schwärmerischen Eiferer in Schach zu halten. Die Heiligkeit der Sache rechtfertigt jedes Mittel, das sich zu ihrer Förderung einsetzen lässt. Bereits die ständige Rücksichtnahme auf ein derart wichtiges Interesse wie das des ewigen Seelenheiles ist geeignet, die wohlwollenden Gefühlsregungen zu ersticken und einen engherzigen, beschränkten Egoismus zu erzeugen. Wo eine solche Einstellung gefördert wird, gelingt es ihr ohne Schwierigkeit, sich all den allgemeinen Geboten der Liebe und der Wohltätigkeit zu entziehen.«

David Hume, Dialoge über die natürliche Religion. Übersetzt und hrsg. von Norbert Hoerster. Stuttgart: Reclam 1994. S. 134f.

»Unsere Religion sei auch nicht kein Kult der Dämonen, denn aller Aberglaube ist eine schlimme Strafe und gefährlichste Schmach der Menschen, aber Ehre und Triumph jener Bösewichter.«

Augustinus: De vera religione / Über die wahre Religion. Lat./Dt. Übersetzung und Anmerkung von Wiilhelm Thimme. Nachwort von Kurt Flasch. Stuttgar: Reclam, 1983 (n. 297).

»Falls uns die Götter jedoch weder helfen können noch wollen, falls sie sich überhaupt nicht um uns kümmern, unser Tun und Treiben nicht beachten und es nichts gibt, was von ihnen bis zum Leben der Menschen dringen kann, warum sollten wir dann für die unsterblichen Götter irgendwelche Kulte einrichten, ihnen Ehre erweisen und Gebete an sie richten?«

Cicero, De natura deorum / Über das Wesen der Götter. Lat./Dt. Übersetzt und hrsg. von U. Blank-Sangmeister. Stuttgart: Reclam, 2003, S. 8.

»Überall sollten wir fühlen, dass der Ort, auf dem wir stehn, heiliges Land ist.«

Friedrich Max Müller: Essays (1867/1869). Bd. 1: Betirgäge zur vergleichenden Religionswissenschaft. Vorrede. Leipzig: Wilhelm Engelmann, 1869, S. XXVII.

»Es scheint kaum eines Beweise zu bedrüfen, dass keine Religion das bleiben kann, was sie zu Lebzeiten ihres Gründers und ihrer ersten Apostel war. Und doch ist es nur zu leicht vergessen, dass ohne stete Reform, d. h. ohne stetes Zurückgehen auf ihren Urquell, jede Religion, selbst die vollkommenste, ja, die vollkommenste eben wegen ihrer Vollkommenheit, mehr noch als andere von der Berührung mit der Welt leidet, so wie die reinste Luft leidet, wenn sie nur geathmet wird.«

Friedrich Max Müller: Essays (1867/1869). Bd. 1: Betirgäge zur vergleichenden Religionswissenschaft. Vorrede. Leipzig: Wilhelm Engelmann, 1869, S. VIII-IX.

»Es gibt keine magische Kirche … Der Magier hat eine Kundschaft und keine Kirche ….«

Émil Durkheim: Die elementaren Formen des religiösen Lebens (1912). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1981. S. 72f.

»Man spricht sehr glatt von Buddhismus, Brahmanismus etc., als ob Jeder wüsste, was man darunter zu verstehen hat, während doch in der That diese Worte die ungeheuerste Verallgemeinerung anstreben für die innersten Überzeugungen von Millionen von Individuen, welche seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden, im Norden und Süden der Erde gelebt, gedacht und gehofft haben.«

Friedrich Max Müller: Essays (1867/1869). Bd. 1: Beiträge zur vergleichenden Religionswissenschaft. Vorrede. Leipzig: Wilhelm Engelmann, 1869, S. VIII-IX.

»Geistige Wesen, glaubt man, beeinflussen und lenken die Ereignisse der materiellen Welt und zwar sowohl dieses wie das künftige Leben des Menschen; und da man annimmt, dass sie mit Menschen verkehren und von menschlichen Handlungen angenehm oder unangenehm berührt werden, so führt der Glaube an ihre Existenz ganz naturgemäß, man könnte fast sagen unvermeidlich früher oder später zur activen Verehrung und Versöhnung.«

Edward Burnett Tylor: Die Anfänge der Cultur: Untersuchungen über die Entwicklung der Mythologie, Philosophie, Religion, Kunst und Sitte (1871). Bd. 1. Leipzig: C. F. Winter 1873. Reprint, Hildesheim: Georg Olms, 2005. S. 419.

»Religion ist, was immer sie noch sein mag, die Gesamtreaktion eines Menschen auf das Leben.«

William James: Die Vielfalt der religiösen Erfahrung (1902). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1997. Vorlesung II. S. 60ff.

»Man kann entsprechend der Scheidung von ›Kultus‹ und ›Zauberei‹ als ›Priester‹ diejenigen berufsmäßigen Funktionäre bezeichnen, welche durch Mittel der Verehrung die ›Götter‹ beeinflussen, im Gegensatz zu den Zauberern, welche ›Dämonen‹ durch magische Mittel zwingen.«

Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft; in: Grundriss der Sozialökonomik, III. Abt., 1. Halbband Tl. 2: Typen der Vergemeinscahftund und VERGESELLSCHAFTUNG, Kap. IV: Religionssziologie (Typen religiöser Vergemeinschaftung). Tüngen: Mohr Siebeck, 1947. S. 240f.

»Die Kritik hat die imaginairen Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche.«

Karl Marx: Einleitung zur Kritik der Hegel’schen Rechtsphilosophie (1844). In: K. M.: Philosophische und ökonomische Schriften. Hrsg. von Johannes Rohbeck und Peggy H. Breitenstein. Stuttgart: Reclam, 2008. S. 9f.

»Teufel, Kobolde, Hexen, Gespenster, Engel waren heilige Wahrheiten, solange das religiöse Gemüt ungebrochen, ungeteilt die Menschheit beherrschte.«

Ludwig Feuerbach: Das Wesen des Christentums (1841). Stuttgart: Reclam, 1994. S. 66.

»Es gibt und gab freilich Philosophen, die meinten, die Götter kümmerten sich überhaupt nicht um die menschlichen Geschicke. Falls deren Ansicht zutrifft, wie können dann noch Frömmigkeit, Ehrfurcht und Religiosität bestehen? Denn all das kann man der Macht der Götter ja nur dann lauter und rein entgegegenbringen, wenn sie es auch zur Kenntnis nehmen und wenn die Menschen den unsterblichen Göttern etwas zu verdanken haben.«

Cicero, De natura deorum / Über das Wesen der Götter
Lat./Dt. Übersetzt und hrsg. von U. Blank-Sangmeister.
Stuttgart: Reclam, 2003, S. 8

»Du weißt doch, dass alle Leute, die bigott sind, zwar die Gottlosigkeit weit mehr fürchten als die Absurdität, sich aber gewöhnlich in beider Hinsicht gleichermaßen schuldig machen.«

David Hume, Dialoge über die natürliche Religion.
Übersetzt und hrsg. von Norbert Hoerster.
Stuttgart: Reclam 1994. S. 130f.

Hörempfehlung zum Thema ›Neo-Gnostiker – Religiöse Deutungsmuster und Rituale der Klimabewegung‹ von Karl-Heinz Kohl, gesendet am 19.04.2020 im Deutschlandfunk.

Hier geht’s direkt zur Audiodatei des Radiobeitrags.

Hier geht’s zum Manuskript.

Beschreibung »Durch den Klimawandel kommen völlig neue Probleme auf die Menschheit zu. Die Rituale und Denkmuster der Klimabewegung folgen indes sehr alten religiösen Formen. Es ist fraglich, ob sie für die neuen Herausforderungen taugen.« (Quelle: www.deutschlandfunk.de)

Hörempfehlung von DAIMONION.ME für philosophisch Interessierte: »Sex, Dschinn, Religion – 1001 Nacht gegen 114 Suren? Orgien, Homosexualität, Aphrodisiaka und ein Gott, der alles lächelnd billigt: Durch die Geschichten aus 1001 Nacht weht der radikale Wind der Freiheit. Aber können sie einen Gegenentwurf zum herrschenden Islam darstellen?« – von Dalila Zouaoui-Becker beim Deutschlandfunk (Essay und Diskurs).

Hier geht’s zum Radiobeitrag.

Empfehlung für philosophisch Interessierte und für Philosophen vom Fach: der Radiobeitrag des Ideenhistorikers Thomas Meyer über das neue Werk von Jürgen Habermas mit dem Titel ›Auch eine Geschichte der Philosophie‹ im Deutschlandfunk (›Essay und Diskurs vom 1.3.2020)‹.

Link zum Beitrag.

»Seit gut 60 Jahren reflektiert der deutsche Philosoph Jürgen Habermas über die Moderne und ihre Gefährdungen. In seinem neuen Werk „Geschichte der Philosophie“ untersucht er die Potenziale der Philosophie, um einer strauchelnden, aufgeklärten, modernen Gesellschaft Zuversicht geben zu können.«

»Ideenhistoriker Thomas Meyer nimmt die „Geschichte der Philosophie“ zum Anlass, deren Tragfähigkeit und Zeitgemäßheit zu untersuchen. Und er hinterfragt kritisch die so groß und heroisch klingenden Begriffe Aufklärung, Fortschritt und Moderne für das 21. Jahrhundert.«

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