Blog für Philosophie

Schlagwort: Liebe

»Ich denke mir, sie hat ihm Dinge über ihn selbst zugeflüstert, die er nicht wußte, Dinge, von denen er keinen Begriff hatte, bis er mit der großen Einsamkeit zu Rate gegangen war – und dieses Flüstern hatte sich als unwiderstehlich und bezaubernd erwiesen. Es fand lauten Widerhall in ihm, weil er innerlich hohl war …«

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Joseqh Conrad • 1899 • Das Herz der Finsternis

»Sein Sie ein Mann! Wenden Sie diese traurige Anhänglichkeit von einem Geschöpf, das nichts tun kann als Sie bedauern.«

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Goethe • 1774 • Die Leiden des Jungen Werther

»Was widerstrebst du, Unselige! der Macht, die dich unauflöslich an mich gekettet? Bist du nicht mein! – mein immerdar?«

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E.T.A. Hoffmann • 1815 • Die Elixiere des Teufels

»O  du giftiges Unkraut, warum bist du so lieblich anzusehen? «

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Shakespeare • Othello [1603]

»Vor der Achtung kann man sagen, sie beuge sich vor ihrem Gegenstande; von der Liebe, sie neigt sich zu dem ihrigen; von der Begierde, sie stürzt auf den ihrigen.«

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Friedrich Schiller: Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Hrsg. von Klaus L. Berghahn. Stuttgart: Reclam 1971, S. 129.

»Geliebt zu werden, ist auf jeden Fall mysteriös. Nachzufragen, um Klarheit zu schaffen, empfiehlt sich nicht. Bestenfalls kann es der andere Ihnen überhaupt nicht sagen …«

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Watzlawik, Paul, Anleitung zum Unglücklichsein, München/Zürich, Piper Verlag, 1987 [1983], S. 98.

»Oh, Gnädiger Herr, nehmt euch vor der Eifersucht in Acht; sie ist ein grünäugiges Ungeheuer, das sich toller Weise von demjenigen nährt was es am meisten verabscheut. Mancher betrogne Ehemann ist seines Schicksals gewiß, ohne desto unglücklicher zu seyn, weil ihm seine Ungetreue gleichgültig ist. Aber, o was für unselige Minuten zählt derjenige über, der vor Liebe schmachtet und doch zweifelt; der argwöhnet, und nur desto heftiger liebt!«

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Shakespeare – Othello [1603]

»Das schöne Wort Menschenliebe ist so trivial geworden, daß man meistens die Menschen liebt, um keinen unter den Menschen wirksam zu lieben.«

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Johann Gottfried Herder: Briefe zur Beförderung der Humanität. Rudolstadt: Der Greifenverlag [o.J.], S. 60f.

Es muß für ihn unbeschreiblich befreiend gewesen sein, daß ihn alle mißverstanden, trotz der verzweifelten Eindeutigkeit seiner Haltung. Wahrscheinlich konnte er bleiben. Denn er erkannte von Tag zu Tag mehr, daß die Liebe ihn nicht betraf, auf die sie so eitel waren und zu der sie einander heimlich ermunterten. Fast mußte er lächeln, wenn sie sich anstrengten, und es wurde klar, wie wenig sie ihn meinen konnten.

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Rilke 1910 • Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge.

»Achte die menschliche Würde ebenso sehr in Anderen wie in dir selbst. Die Nächstenliebe kommt erst nachher und zwar lange nachher; denn wir haben nicht die Freiheit, zu lieben, wohl aber die, zu achten; und Würde […] ist Gerechtigkeit.« 

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Pierre-Joseph Proudhon: Die Gerechtigkeit in der Revolution und in der Kirche. Neue Principien praktischer Philosophie. Übers. von Ludwig Pfau. Hamburg: Meißner und Zürich: Meyer & Zeller 1858, vmtl. S. 98f.

»Dadurch unterscheidet sich die Gerechtigkeit von der Liebe und allen Gefühlen und Neigungen, daß sie unentgeltlich, der Gegensatz des Egoismus ist und daß sie einen Zwang auf uns ausübt, der allen anderen Gefühlen vorgeht.«

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Pierre-Joseph Proudhon: Die Gerechtigkeit in der Revolution und in der Kirche. Neue Principien praktischer Philosophie. Übers. von Ludwig Pfau. Hamburg: Meißner und Zürich: Meyer & Zeller 1858, S. 205.

»Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt: das wissen Die, welche lange geliebt werden wollen.«

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra,
Deutscher Taschenbuch, 1999, s. 94.

»Geliebt zu werden, ist auf jeden Fall mysteriös. Nachzufragen, um Klarheit zu schaffen, empfiehlt sich nicht. Bestenfalls kann es der andere Ihnen überhaupt nicht sagen; schlimmstenfalls stellt sich sein Grund als etwas heraus, das Sie selbst bisher nicht für Ihre charmanteste Eigenschaft hielten …«

Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein
München, Piper, 1987, S. 98.

»Denn die Liebe, o Sokrates, geht gar nicht auf das Schöne, wie du meinst.« – – »Sondern worauf denn?« – – »Auf die Erzeugung und Ausgeburt im Schönen.«

Platon, Symposion, 206e [Sokrates]
Übers. von Friedrich Schleiermacher,
Platon Werke Band 3, WBG, 2011

»Jeder von uns ist also ein Stück von einem Menschen, da wir ja zerschnitten, wie die Schollen, aus einem zwei geworden sind. Also sucht nun immer jedes sein anderes Stück.«

Platon, Symposion 191d [Aristophanes]

»Die Freundschaft richtet sich auf den Anderen, die Liebe sucht, was nicht die Struktur des Seienden hat, sie sucht vielmehr das unendliche Zukünftige, was, was zu zeugen ist.«

Emmanuel Levinas, Totalität und Unendlichkeit. Versuch über die Exteriorität, Freiburg i. Br. / München 2002, S. 389.

»Wer den ordo amoris eines Menschen hat, hat den Menschen. Er hat für ihn als moralisches Subjekt das, was die Kristallformel für den Kristall ist.«

Max Scheler, Wesen und Formen der Sympathie, Bonn 1985, S. 155.

»Das Herz hat seine Gründe, de die Vernunft nicht kennt.«

Blaise Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände, hrsg. von Ewald Wasmuth, Gerlingen 1994, IV,277.

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