Blog für Philosophie

Schlagwort: Lebensgestaltung

»Der Gebrauch der Geistesgaben, womit der Mensch ausschließend ausgestattet worden ist, bleibt ihm allein anheimgestellt; weise und tugendhaft zu werden, ist eines jeden eigenes Werk, eines jeden eigene Pflicht. Auf sich selbst zu wirken, ist der Zweck des so reichbegabten Wesens, nicht in träger Ruhe die Pfunde zu vergraben, wovon es die Zinsen seinem Urheber und Gläubiger darbringen sollte.«

Quelle

Georg Forster: Über die Beziehung der Staatskunst auf das Glück der Menschheit und andere Schriften. Hrsg. von Wolfgang Rödel. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1966, S. 168f.

»PEPEL. Reue verspür ich nicht … glaub auch an kein Gewissen … Eins aber fühl ich: ich muß anders leben! Besser muß ich leben! … daß ich mich selber achten kann …«

Quelle

Maxim Gorki: Nachtasyl. Szenen aus der Tiefe in vier Akten. Übers. von August Scholz. Stuttgart: Reclam 1957, S. 64f.

»Der Hochmuth, der Ehrgeiz, der Ruhm verletzen offen die Gerechtigkeit; sie rufen Mißtrauen, Haß und Widerstreit hervor – eine positive und direkte Mißachtung der Würde des Nächsten.«

Quelle

Pierre-Joseph Proudhon: Die Gerechtigkeit in der Revolution und in der Kirche. Neue Principien praktischer Philosophie. Übers. von Ludwig Pfau. Hamburg: Meißner und Zürich: Meyer & Zeller 1858, vmtl. S. 191f.

»Endlich, mein Freund, scheint die Zeit gekommen zu sein, wo jenes lügenhafte Bild des Glücks, das so lange am Ziele der menschlichen Laufbahn stand, von seinem Fußgestelle gestürzt und der echte Wegweiser des Lebens, Menschenwürde, an seine Stelle gesetzt werden soll.«

Quelle

Georg Forster: Über die Beziehung der Staatskunst auf das Glück der Menschheit und andere Schriften. Hrsg. von Wolfgang Rödel. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1966, S. 168f.

»Als Schauspiel für andere kann ein Leben den Charaker eines vollendeten haben, als wirkliches hat es ihn nicht. Im Leben bleibt Spannung und Ziel, Inadäquatheit und Unvollendung.«

Karl Jaspers, Philosophie. Zweiter Band: Existenzerhellung, Berlin, Julius Springer, 1932.

»Man muss aufhören, sich essen zu lassen, wenn man am besten schmeckt: das wissen Die, welche lange geliebt werden wollen.«

Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra,
Deutscher Taschenbuch, 1999, s. 94.

»Im Leben ist uns alles Erreichte wie tot. Nichts Vollendetes kann leben. Sofern wir zur Vollendung streben, streben wir als zum Fertigen zum Toten. Daher ist uns im Leben das Vollendete partikular, Stufe und Ausgangspunkt. Was vorher Ziel schien, wird Mittel des Lebens. Das Leben bleibt übergreifend. Es selbst zur Vollendung zu bringen, ist ein uns widersinniger Gedanke.«

Karl Jaspers, Philosophie.
Zweiter Band: Existenzerhellung,
Berlin, Julius Springer, 1932.

Ist für uns die Welt interessiert, weil wir sie mit anderen teilen – oder gewinnt unser Erleben erst in der Einsamkeit an Intensität?

Empfehlung: Podcast „Der Glücksimperativ – ein Fallstrick?“ von Jean-Pierre Wils im Archiv des Deutschlandfunk (21.04.2019).
Hier geht’s zum Radiobeitrag.

Aus der Beschreibung des Deutschlandfunk:
„Sei glücklich!“ lautet der gängige Imperativ. Sind wir glücklich, wenn wir euphorisch gestimmt sind? Bedeutet Glück die Realisierung dessen, was wir verlangen? Der Ethiker Jean-Pierre Wils stellt viele Fragen an das Glücklich sein – und lässt auch die Abgründe des Glücks nicht außer Acht.

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