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Schlagwort: Klugheit

»Der Gebrauch der Geistesgaben, womit der Mensch ausschließend ausgestattet worden ist, bleibt ihm allein anheimgestellt; weise und tugendhaft zu werden, ist eines jeden eigenes Werk, eines jeden eigene Pflicht. Auf sich selbst zu wirken, ist der Zweck des so reichbegabten Wesens, nicht in träger Ruhe die Pfunde zu vergraben, wovon es die Zinsen seinem Urheber und Gläubiger darbringen sollte.«

Quelle

Georg Forster: Über die Beziehung der Staatskunst auf das Glück der Menschheit und andere Schriften. Hrsg. von Wolfgang Rödel. Frankfurt am Main: Insel Verlag 1966, S. 168f.

Nur ein Dasein voller Ruh
Und bedachtsame Vernunft
Bleibt von Sturm frei und hält aufrecht
Haus und Hof. Wohnen sie fern auch
In dem Äther, blicken gleichwohl
Auf das Tun sterblichen Volks Himmlische hin.
Nicht ist’s Weisheit, ist man klug
und bedenkt Sterblichsein nicht.
Ist die Zeit kurz doch des Lebens.
Drum wer Großem zu sehr nachjagt,
Kann nicht ernten, was zur Hand ist.
So zu tun, Sache ist’s toller
Und, mir scheint, übelberatner Männer.

Quelle
Euripides, Die Bakchen (Chor), Reclam 2005, S. 17, V. 389-401

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