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Schlagwort: Erhabenes

»Das Erhabene ruft das Komische hervor als sein notwendiges Gegenbild, als seine durch das Bedürfnis der ästhetischen Vorstellungsweise gebotene Ergänzung, denn jede Erhabenheit ist einseitig und unterdrückt oder überfliegt irgendeine berechtigte Seite der Menschennatur.«

Quelle

Kuno Fischer: Über den Witz. Ein philosophischer Essay [1871]. Tübingen: Klöpfer und Meyer 1996, S. 27-30.

»Im Grunde ruht jede erhabene Vorstellung auf dem überwältigten Selbstgefühl, also auf einer sehr beweglichen Grundlage, die sich plötzlich wieder erhebt, emporsteigt und das Erhabene zu Fall bringt. Es gibt in der Welt nichts Erhabenes, das vor diesem Fall, vor diesem plötzlichen Gegenwurf sicher wäre. Es ist darum ganz richtig und erklärt sich aus der Natur des menschlichen Selbstgefühls, daß in der Tat von dem Erhabenen zum Lächerlichen nur ein Schritt ist.«

Quelle

Kuno Fischer: Über den Witz. Ein philosophischer Essay [1871]. Tübingen: Klöpfer und Meyer 1996, S. 27-30

»Aus dem Genuß des Überwältigtseins wird allmählich das peinliche Gefühl des Erdrücktwerdens, die erhabene Vorstellung wird wie eine unheimliche Last empfunden, gegen welche das unzerstörbare Selbstgefühl sich wehrt und wiederherzustellen sucht.«

Quelle

Kuno Fischer: Über den Witz. Ein philosophischer Essay [1871]. Tübingen: Klöpfer und Meyer 1996, S. 27-30.

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