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Schlagwort: Eigentlichkeit

»Wo bleibt denn eure Würde, wodurch zeiget sich euer Adel, Menschen die ihr das Nachdenken, und die ihm so günstige, oft so unentbehrliche Stille und Einsamkeit scheuet; die ihr in einer immerwährenden, den Geist betäubenden, geräuschvollen Zerstreuung lebet; so sollten zu einem klaren innigen Bewußtsein euer selbst und eures Zustandes gelanget; eure Besonnenheit und eure Überlegungskraft so selten anwendet, und immer weit mehr außer euch, als in euch, weit mehr in der Meinung und dem Urtheile anderer, als in dem mit Selbstgefühl verbundenen Gebrauche eurer innern Kräfte existiret und lebet?«

Quelle

Georg Joachim Zollikofer (1730-1788): Predigten über die Würde des Menschen, und den Werth der vornehmsten Dinge, die zur menschlichen Glückseligkeit gehören, oder dazu gerechnet werden. Bd. 1. Reutlingen: Grözinger, 1790, 2. Predigt.

»Denn ein Selbst ist das, was in der Welt am wenigsten gefragt ist, und das ist etwas, was am allergefährlichsten ist, sich anmerken zu lassen, daß man eines hat. Die größte Gefahr, sich selbst zu verlieren, kann in der Welt so still vonstatten gehen, als wäre es nichts.«

Sören Kierkegaard, Die Krankheit zum Tode [1849],
ISBN-10: 3423133848, dtv, 2005, S. 54.

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